25.11.2011 Mainz
Mainz, 25. November 2011 – Die SCHOTT Solar AG hat gemeinsam mit ihren Projektpartnern nach nur sechs Monaten einen wichtigen Meilenstein beim Forschungsprojekt Las VeGaS erreicht: Eine mit Kupfer metallisierte Solarzelle erzielte einen hohen Wirkungsgrad von 18,0 Prozent. Basis ist ein multikristalliner Wafer mit siebgedruckter Standard-Rückseitenmetallisierung der SCHOTT Solar AG. Ziel des Projektes Las VeGaS ist es, die heute gängigen Silberkontakte auf der Vorderseite von Solarzellen weitgehend durch eine günstigere Nickel-Kupfer-Galvanik zu ersetzen. Dadurch können die Herstellkosten für die Vorderseitenmetallisierung mehr als halbiert werden. SCHOTT Solar arbeitet dazu mit der RENA GmbH und dem CiS Forschungsinstitut für Mikrosensorik und Photovoltaik GmbH zusammen.
Die besondere Herausforderung bei der Metallisierung mit einer Nickel-Kupfer-Galvanik ist, die Eindiffusion des Kupfers in die Siliciumsolarzelle zu verhindern. Dort würde es die Lebensdauer der Elektronen und so den Wirkungsgrad der Zelle reduzieren. Das Projektteam hat daher eine galvanische Nickel-Schicht als Diffusionsbarriere entwickelt sowie entsprechende Produktionstechniken, um diese und die Kupfer-Kontakte auf die Zelle aufzubringen.
Mit der neuen "InCellPlate"-Technologie von RENA hat das Projektteam vielversprechende Prototypen auf Standard-Industrieanlagen hergestellt. Diese Solarzellen sollen nun in Testmodulen verbaut werden und ihre Langzeitstabilität in Härtetests unter Beweis stellen. Darüber hinaus will das Projektteam die Entwicklungserfolge nun auch auf monokristalline Zellen übertragen. Wirkungsgrade von über
19 Prozent sind dabei zu erwarten.
Neben den geringeren Kosten für das Ausgangsmaterial Kupfer hat die Las VeGaS-Methode einen weiteren Vorteil: Die galvanischen Schichten sind umweltfreundlich, denn sie sind frei von Blei und Lösemitteln, und genügen so den Ansprüchen der RoHS-Richtlinie der Europäischen Union. Diese beschränkt den Einsatz gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten. Der Einsatz der vergleichsweise teuren Silberpaste wird vermieden, es ist lediglich eine sehr dünne galvanische Silber-Schicht erforderlich, um die Zellen an den Kupferbändern zu einem Modulverbund verlöten zu können. Dadurch reduziert sich der Silber-Verbrauch um mindestens 95 Prozent.
Über die Projektpartner
SCHOTT Solar mit Hauptsitz in Mainz produziert Solarwafer, -Zellen und -Module und ist ein Qualitätsführer im internationalen Vergleich. Die RENA GmbH, Gütenbach/Freiburg, ist einer der größten Anbieter von Prozesstechnologie für nasschemische Anwendungen, insbesondere in der Photovoltaikindustrie. Das CiS Forschungsinstitut für Mikrosensorik und Photovoltaik GmbH aus Erfurt ist eine Einrichtung, die sich der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung auf den Gebieten der siliciumbasierten Sensorik, Mikrosystemtechnik und Photovoltaik verschrieben hat. Sie agiert für die öffentliche Hand als auch im Auftrag der Industrie, vorwiegend für KMUs. Das Projekt Las VeGaS (Langzeitstabile Vorderseiten-Metallisierung auf Basis Umweltfreundlicher Galvanischer Schichten) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung innerhalb der "Innovationsallianz Photovoltaik" gefördert.
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